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Blog24. Juli 2026· 3 Min. Lesezeit

Gehaltsverhandlung als ZFA: So holst du mehr raus

Kein bundesweiter Tarif, dein Gehalt ist Verhandlungssache. So bereitest du dich als ZFA auf die Gehaltsverhandlung vor: Timing, Argumente, Formulierungen.

VanessaVanessa · medmingle Karriereberaterin

Hier ist eine unbequeme Wahrheit, die viele ZFA nicht kennen: Es gibt keinen bundesweiten Tarifvertrag für ZFA. Anders als in der Pflege oder im öffentlichen Dienst werden ZFA-Tarife nur auf Landesebene verhandelt, und selbst dort gelten sie nur, wenn deine Praxis tarifgebunden ist. Die Mehrheit der Zahnarztpraxen in Deutschland ist es nicht.

Was das für dich bedeutet: Dein Gehalt ist Verhandlungssache. Das klingt erstmal nach Nachteil, ist aber eine Chance, wenn du weißt, was du wert bist und wie du es ansprichst.

Schritt 1: Kenne deinen Marktwert

Die häufigste Schwäche in Gehaltsverhandlungen ist nicht mangelnder Mut, sondern fehlende Zahlen. Wer nicht weiß, was ZFA mit vergleichbarer Erfahrung in der Region verdienen, verhandelt blind.

Deine Anhaltspunkte:

  • Tarifwerte als Untergrenze: In den tarifgebundenen Regionen liegen die ZFA-Gehälter 2026 je nach Berufsjahren und Tätigkeitsgruppe grob zwischen 2.600 € und 4.300 € brutto. Zum 1. Januar 2026 wurden die Tarifgehälter in mehreren Regionen nochmals erhöht. Auch wenn deine Praxis nicht tarifgebunden ist: Der Tarif ist ein starkes Argument, denn er zeigt, was die Zahnärztekammern selbst als angemessen aushandeln.
  • Dein regionaler Vergleichswert: Was in Hamburg üblich ist, unterscheidet sich deutlich von Sachsen-Anhalt. Rechne deinen persönlichen Korridor mit unserem Gehaltsrechner aus, nach Bundesland, Erfahrung, Stunden und Qualifikationen.
MFA & ZFA Gehaltsrechner
10 Std.40 Std.

*Berechnungsgrundlage: Medianwerte der Bundesagentur für Arbeit (Entgeltatlas), bereinigt um regionale Kaufkraftfaktoren und typische Tarifstrukturen. Individuelle Angebote können abweichen.

Schritt 2: Sammle deine Argumente

Gute Argumente sind konkret und aus Sicht der Praxis gedacht. Nicht: "Ich bin schon lange hier." Sondern:

  • Qualifikationen: Röntgenschein, Prophylaxe (ZMP), Abrechnung (ZMV), Praxismanagement. Spezialisierte ZFA verdienen deutlich mehr, mit ZMP- oder ZMV-Qualifikation sind je nach Region 2.800 € bis über 4.000 € realistisch.
  • Verantwortung: Was machst du heute, was vor zwei Jahren noch nicht dein Job war? Bestellwesen, Azubi-Betreuung, QM, Abrechnung? Aufschreiben.
  • Verlässlichkeit: Einspringen, Vertretungen, Patientenbindung. Deine Chefin weiß, was es kostet, dich zu ersetzen, gerade im aktuellen Markt.

Schritt 3: Das richtige Timing

Die besten Momente für das Gespräch:

  • Nach einer abgeschlossenen Fortbildung, wenn dein neuer Wert frisch sichtbar ist
  • Nach positivem Feedback oder einem gut gelaufenen Quartal
  • Beim Jahresgespräch, wenn es eines gibt, sonst schaffst du selbst den Anlass

Vermeide Stressphasen: Personalengpässe, Urlaubszeit der Chefin, laufende Praxisumbauten. Bitte aktiv um einen Termin ("Ich würde gern in Ruhe über meine Entwicklung und mein Gehalt sprechen, wann passt es dir diese oder nächste Woche?"), statt es zwischen Tür und Behandlungszimmer anzureißen.

Schritt 4: Konkret werden, ohne Drohung

Nenne eine Zahl, nicht eine Bitte. Der Unterschied:

Schwach: "Ich wollte mal fragen, ob vielleicht etwas mehr Gehalt möglich wäre."

Stark: "Ich verdiene aktuell 2.600 €. ZFA mit meiner Erfahrung und meinem Aufgabenbereich liegen in unserer Region bei etwa 2.950 €. Ich möchte auf 2.900 € gehen."

Setze deine Zielzahl leicht über das, womit du zufrieden wärst, dann hast du Verhandlungsspielraum. Und wenn ein Nein kommt: Frag nach dem Weg zum Ja. "Was müsste ich übernehmen oder können, damit wir in sechs Monaten dahin kommen?" Ein Nein ohne Perspektive ist auch eine Antwort, nur eine andere, als deine Chefin vielleicht denkt.

Wenn die Praxis nicht mitzieht

Manchmal ist das Gehaltsgespräch der Moment, in dem klar wird: Hier geht es nicht weiter. Das ist keine Niederlage, sondern eine Information. Der Markt für ZFA hat sich gedreht, Praxen suchen händeringend, und viele zahlen für dieselbe Arbeit spürbar mehr, gerade an Bewerberinnen, die wissen, was sie können.

Wenn du wissen willst, was andere Praxen in deiner Nähe bieten würden, ohne dass deine aktuelle Praxis davon erfährt: Bei medmingle legst du dir in wenigen Minuten ein anonymes Profil an, und interessierte Praxen kommen mit konkreten Angeboten auf dich zu. So verhandelst du beim nächsten Mal mit echten Alternativen in der Tasche, und das verändert jedes Gespräch.

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