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Blog23. Juli 2026· 3 Min. Lesezeit

4-Tage-Woche als ZFA: Wo es sie wirklich gibt und wie du sie bekommst

Immer mehr Zahnarztpraxen bieten die 4-Tage-Woche an. Welche Modelle es gibt, worauf du achten musst und wie du eine Praxis findest, die sie anbietet.

VanessaVanessa · medmingle Karriereberaterin

Die 4-Tage-Woche ist in Zahnarztpraxen keine Utopie mehr. Sie ist eines der Argumente, mit denen Praxen im Wettbewerb um ZFA werben, und auf medmingle gehört sie zu den meistgewünschten Kriterien überhaupt. Aber: 4-Tage-Woche ist nicht gleich 4-Tage-Woche. Bevor du danach fragst oder deswegen wechselst, solltest du die Modelle kennen.

Die drei Modelle, und warum der Unterschied Geld wert ist

Modell 1: Volle Stunden, vier Tage. Du arbeitest deine Vollzeitstunden, aber verteilt auf vier längere Tage, etwa 4 x 9 bis 10 Stunden. Gehalt bleibt gleich, du gewinnst einen kompletten freien Tag. Für viele das attraktivste Modell, aber ehrlich gesagt auch das anstrengendste: Ein 10-Stunden-Tag am Stuhl ist körperlich kein Spaziergang. Achte darauf, wie die Pausen geregelt sind und ob die langen Tage planbar sind oder regelmäßig noch länger werden.

Modell 2: Reduzierte Stunden, vier Tage. Klassische Teilzeit, z. B. 32 Stunden auf vier Tage. Das Gehalt sinkt anteilig, dafür bleiben die Tage in normaler Länge. Das ist das Modell, das viele Praxen meinen, wenn sie "4-Tage-Woche" in die Stellenanzeige schreiben, deshalb: immer nachfragen, ob volle oder reduzierte Stunden gemeint sind.

Modell 3: Rollierende freie Tage. Die Praxis hat fünf oder sechs Tage geöffnet, das Team arbeitet versetzt, jede hat einen festen oder wechselnden freien Tag. Vorteil: funktioniert auch in Praxen mit langen Öffnungszeiten. Nachteil: Der freie Tag ist nicht immer der Freitag, und bei Krankheitsausfällen wackelt das System zuerst.

Warum Praxen das überhaupt anbieten

Weil sie müssen. Der ZFA-Markt hat sich gedreht: Gute Fachkräfte sind knapp, und Praxen, die nur mit Gehalt konkurrieren, verlieren gegen Praxen, die Gehalt und Lebensqualität bieten. Eine 4-Tage-Woche kostet die Praxis Organisationsaufwand, aber sie bringt ihr etwas, das schwer zu kaufen ist: Bewerbungen. Das solltest du wissen, denn es bedeutet: Du fragst nicht um einen Gefallen. Du fragst nach etwas, das gut geführte Praxen längst als Teil des Angebots begreifen.

So bekommst du sie in deiner aktuellen Praxis

  1. Komm mit einem Vorschlag, nicht mit einem Wunsch. "Ich hätte gern eine 4-Tage-Woche" ist leicht abzulehnen. "Ich habe mir angeschaut, wie meine Aufgaben auf vier Tage passen, hier ist mein Vorschlag inklusive Vertretungsregelung für den freien Tag" ist ein Arbeitsstand, über den man redet.
  2. Denk die Praxis mit. Welcher Wochentag ist am ruhigsten? Wann ist Prophylaxe-Sprechstunde, wann OP-Tag? Ein Vorschlag, der sich an den Praxisabläufen orientiert, hat ein Vielfaches der Chancen.
  3. Biete eine Testphase an. Drei Monate Probelauf mit festem Auswertungstermin nimmt deiner Chefin das Risiko-Gefühl, und dir die Endgültigkeit, falls das Modell für dich doch nicht passt.
  4. Kläre die Details schriftlich: Stundenzahl, Gehalt, was bei Krankheit im Team passiert, und ob dein freier Tag fest ist. Genau an diesen Punkten scheitern 4-Tage-Modelle im Alltag.

Wenn deine Praxis kategorisch Nein sagt

Dann weißt du zumindest, woran du bist. Es gibt Praxen, für die Arbeitszeitmodelle aus Prinzip nicht verhandelbar sind, und es gibt inzwischen genug, die es anders machen. Auf medmingle kannst du die 4-Tage-Woche direkt als Kriterium in deinem Profil hinterlegen: Du siehst dann nur Praxen, die das wirklich anbieten, und die passenden melden sich bei dir, kostenlos und auf Wunsch anonym, ohne dass deine aktuelle Praxis etwas mitbekommt. Die Frage ist nicht mehr, ob es die 4-Tage-Woche für ZFA gibt. Die Frage ist nur, ob deine Praxis dabei ist.

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