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Bewerbung als ZFA: Was Praxen wirklich sehen wollen
Beitrag von Vanessa
Karriere-Beraterin bei medmingle
Vergiss, was du in der Schule über Bewerbungen gelernt hast. Die Zeiten, in denen du als ZFA um einen Job betteln musstest, sind vorbei. Der Markt hat sich gedreht: In fast jeder zweiten Zahnarztpraxis wird Personal gesucht. Das heißt nicht, dass deine Bewerbung egal ist. Aber es heißt, dass du aus einer Position der Stärke heraus agierst.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du eine Bewerbung schreibst, die auffällt. Nicht durch Floskeln, sondern durch Klarheit. Du erfährst, was Zahnärzte wirklich lesen wollen, welche Fehler du vermeidest und bekommst ein Muster-Anschreiben, das du direkt anpassen kannst.
Was Zahnärzte in einer Bewerbung wirklich lesen wollen
Zahnärzte sind keine Personaler. Sie lesen dein Anschreiben zwischen zwei Patienten oder abends nach Praxisschluss. Sie haben wenig Zeit und wollen schnell verstehen: Passt diese Person in mein Team und kann sie die Arbeit? Alles andere ist Beiwerk.
Konkret interessieren sich Praxisinhaber für drei Dinge:
- Was kannst du? Behandlungsassistenz, Prophylaxe, Röntgen, Abrechnung (BEMA/GOZ), QM, Verwaltung. Je konkreter du benennst, was du beherrschst, desto besser.
- Wo kommst du her? Welcher Praxistyp (Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis, MVZ, KFO, Chirurgie)? Wie viele Jahre Erfahrung? Das gibt dem Zahnarzt sofort ein Bild.
- Warum diese Praxis? Zwei Sätze reichen. Aber sie sollten zeigen, dass du dich mit der Praxis beschäftigt hast. Ein Blick auf die Website reicht oft.
Das Anschreiben: Kurz, konkret, selbstbewusst
Dein Anschreiben ist kein Aufsatz. Eine Seite reicht. Besser eine halbe Seite mit Substanz als eine volle Seite mit Floskeln. Hier die Struktur, die funktioniert:
Einleitung (2–3 Sätze)
Sag, wer du bist und was du suchst. Keine Floskeln wie „mit großem Interesse“. Stattdessen direkt und konkret:
“Als ZFA mit sechs Jahren Erfahrung in einer kieferorthopädischen Gemeinschaftspraxis suche ich eine neue Herausforderung in einer Praxis, die Wert auf Prophylaxe und Patientenbetreuung legt.”
Hauptteil (3–5 Sätze)
Hier zählst du auf, was du konkret mitbringst. Keine Soft Skills („ich bin teamfähig“), sondern harte Fakten:
- Welche Behandlungen du assistiert hast (Implantologie, Endodontie, KFO)
- Ob du eigenständig Prophylaxe durchführst
- Welche Abrechnungskenntnisse du hast (BEMA, GOZ, oder beides)
- Ob du Röntgenbilder erstellen darfst (Aktualisierung Strahlenschutz)
- Fortbildungen (ZMP, ZMF, QM, Hygiene)
- Erfahrung mit Praxissoftware (Dampsoft, Z1, Charly, CGM)
Schluss (2 Sätze)
Selbstbewusst, ohne Konjunktiv. Nicht „Ich würde mich freuen“, sondern:
“Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, in dem ich Sie von meinen Qualifikationen überzeuge.”
Gehaltsvorstellung: Falls in der Stellenanzeige gefordert, nenne eine konkrete Zahl. Nutze unseren ZFA-Gehaltsrechner, um deinen Marktwert zu ermitteln, und nenne eine Zahl am oberen Ende deiner Spanne.
Muster-Anschreiben: Bewerbung als ZFA
Hier ein vollständiges Beispiel, das du direkt auf deine Situation anpassen kannst:
Muster-Anschreiben ZFA
[Dein Name] | [Deine Adresse] | [Telefon] | [E-Mail]
[Name der Zahnarztpraxis] | [Adresse] | [PLZ Ort]
[Ort], [Datum]
Bewerbung als Zahnmedizinische Fachangestellte
Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. [Name],
als Zahnmedizinische Fachangestellte mit [X] Jahren Berufserfahrung in einer [Praxistyp: z.B. kieferorthopädischen Gemeinschaftspraxis] bewerbe ich mich auf Ihre ausgeschriebene Stelle. Ihre Praxis hat mich angesprochen, weil [kurzer Bezug zur Praxis: z.B. Sie einen Schwerpunkt auf ästhetische Zahnheilkunde legen / Ihr Team für seine gute Atmosphäre bekannt ist].
In meiner bisherigen Tätigkeit habe ich folgende Erfahrungen gesammelt:
- Eigenständige Durchführung von Prophylaxemaßnahmen und professioneller Zahnreinigung
- Assistenz bei [konkreten Behandlungen: z.B. chirurgischen Eingriffen, Implantationen, endodontischen Behandlungen]
- Abrechnung nach BEMA und GOZ
- Erstellung von Röntgenaufnahmen (aktueller Strahlenschutznachweis vorhanden)
- Erfahrung mit [Praxissoftware: z.B. Dampsoft / Z1 / Charly]
[Optional: Fortbildungen erwähnen, z.B.: Darüber hinaus habe ich die Fortbildung zur ZMP erfolgreich abgeschlossen und bringe [X] Stunden zertifizierte Fortbildung mit.]
Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [X.XXX] Euro brutto monatlich.
Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
[Eigehnändige Unterschrift]
Der Lebenslauf: Was rein muss und was nicht
Dein Lebenslauf als ZFA sollte maximal zwei Seiten lang sein und tabellarisch aufgebaut. Chronologisch rückwärts: das Aktuellste zuerst. Hier die Pflicht-Bestandteile:
Das gehört rein
- Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail. Geburtsdatum und Familienstand sind optional.
- Berufserfahrung: Zeitraum, Name der Praxis/Klinik, deine Aufgaben in Stichpunkten. Nenne konkrete Schwerpunkte (Prophylaxe, Chirurgie-Assistenz, Abrechnung).
- Ausbildung: Ausbildungszeit, Ausbildungspraxis, Abschlussnote (falls gut).
- Fortbildungen: Jede relevante Fortbildung mit Jahr und Umfang. ZMP, ZMF, ZMV, Strahlenschutz-Aktualisierung, QM, Hygiene. Das ist dein Differenzierungsmerkmal.
- Praxissoftware: Nenne die Programme, mit denen du gearbeitet hast. Das spart der Praxis Einarbeitungszeit.
Das kann weg
Grundschulzeit, irrelevante Nebenjobs, lange Hobby-Listen. Ein Foto ist nett, aber kein Muss. Wenn du eins nutzt, sollte es professionell sein (kein Selfie, kein Urlaub).
5 Fehler, die du in deiner ZFA-Bewerbung vermeiden solltest
1. Standardfloskeln statt konkreter Fakten
„Ich bin teamfähig, belastbar und zuverlässig“ steht in jeder zweiten Bewerbung. Es sagt nichts aus. Ersetze Floskeln durch Belege: „In meiner aktuellen Praxis betreue ich täglich 30+ Patienten und koordiniere die Terminplanung für drei Behandlungszimmer.“
2. Copy-Paste für jede Praxis
Zahnärzte merken sofort, wenn ein Anschreiben generisch ist. Zwei Sätze, die zeigen, dass du die Praxis-Website gelesen hast, machen den Unterschied. Das kostet dich fünf Minuten und erhöht deine Chancen enorm.
3. Konjunktiv und Unterwerfung
„Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die Möglichkeit geben würden“ klingt, als würdest du um einen Gefallen bitten. Du bietest deine Arbeitskraft an. Du bist gefragt. Formuliere selbstbewusst: „Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.“ Punkt.
4. Keine Gehaltsvorstellung nennen (wenn gefordert)
Wenn die Stellenanzeige eine Gehaltsvorstellung verlangt und du keine nennst, zeigt das entweder Unsicherheit oder mangelnde Aufmerksamkeit. Beides schlecht. Recherchiere deinen Marktwert und nenne eine konkrete Zahl.
5. Fehlende oder veraltete Unterlagen
Ein abgelaufener Strahlenschutznachweis, fehlende Fortbildungszertifikate oder ein Lebenslauf, der drei Jahre alt ist. Prüfe alles einmal durch, bevor du abschickst. Unvollständige Bewerbungen landen direkt auf dem Absage-Stapel.
Die Alternative: Lass Praxen sich bei dir bewerben
Hier die ehrliche Wahrheit: In einem Markt, in dem Praxen händeringend ZFA suchen, ist das klassische Bewerbungsverfahren eigentlich überholt. Du schreibst Anschreiben, wartest auf Antworten, fährst zu Vorstellungsgesprächen. Dabei sollten die Praxen um dich werben, nicht umgekehrt.
Genau das ermöglicht medmingle: Du erstellst kostenlos ein Profil, gibst an, was dir wichtig ist (Gehalt, Arbeitszeiten, Praxistyp, Region) und Zahnarztpraxen kommen auf dich zu. Kein Anschreiben, kein Warten. Du entscheidest, mit welchen Praxen du ins Gespräch gehst.
Das heißt nicht, dass eine gute Bewerbung nutzlos ist. Wenn du dich gezielt bei einer bestimmten Praxis bewerben willst, sind die Tipps oben Gold wert. Aber wenn du offen für verschiedene Optionen bist und einfach die beste Praxis für dich finden willst, ist medmingle der schnellere Weg.
Häufige Fragen zur ZFA-Bewerbung
Brauche ich als ZFA noch ein Anschreiben?
Es kommt drauf an. Viele Praxen verzichten mittlerweile darauf und freuen sich über eine formlose Nachricht oder einen Anruf. Aber wenn in der Stellenanzeige ein Anschreiben erwähnt wird oder du dich bei einer großen Praxis/MVZ bewirbst, ist es Pflicht. Im Zweifel: Ein kurzes, gutes Anschreiben schadet nie.
Wie lang sollte mein Anschreiben sein?
Maximal eine Seite. Idealerweise eine halbe bis dreiviertel Seite. Zahnärzte haben wenig Zeit. Ein kurzes, prägnantes Anschreiben wird eher gelesen als ein ausführlicher Aufsatz.
Soll ich mein Gehalt im Anschreiben nennen?
Nur wenn die Stellenanzeige es verlangt. Falls ja, nenne eine konkrete Bruttosumme, keine Spanne. Recherchiere vorher mit unserem ZFA-Gehaltsrechner, was für deine Erfahrungsstufe und Region marktüblich ist, und nenne eine Zahl im oberen Bereich.
Bewerbung per Post oder E-Mail?
E-Mail ist heute Standard. Fasse alle Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) in einer einzigen PDF-Datei zusammen. Dateigröße unter 5 MB halten. Die E-Mail selbst enthält nur eine kurze Höflichkeitsformel, der Inhalt steckt im Anhang.
Kann ich mich ohne Berufserfahrung bewerben?
Absolut. Als Berufseinsteigerin nach der Ausbildung betonst du deine Ausbildungsinhalte, Praktika und persönliche Motivation. Viele Praxen bilden gerne selbst aus und formen neue Mitarbeiterinnen nach ihren Vorstellungen. Deine Lernbereitschaft und Begeisterung zählen hier mehr als Jahre auf dem Papier.
Fazit: Bewirb dich wie jemand, der gefragt ist
Denn das bist du. Qualifizierte ZFA sind Mangelware. Deine Bewerbung sollte das widerspiegeln: selbstbewusst, konkret, ohne Unterwürfigkeit. Zeig, was du kannst. Sag, was du willst. Und wenn eine Praxis das nicht zu schätzen weiß, ist sie nicht die richtige für dich.
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