Verdiene ich genug? Der ehrliche Gehaltscheck für MFA und ZFA

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Beitrag von Vanessa

Karriere-Beraterin bei medmingle

Du kommst nach einem langen Tag in der Praxis nach Hause, schaust auf deine Gehaltsabrechnung und denkst: Ist das wirklich alles? Du weißt, dass Kolleginnen in anderen Praxen mehr verdienen. Aber wie viel mehr? Und liegt es an deiner Praxis, deiner Region oder daran, dass du nie gefragt hast?

Dieses Gefühl kennen mehr MFA und ZFA als du denkst. Das Problem ist: Ohne konkrete Zahlen bleibt es bei einem vagen Unbehagen. Unser Gehaltscheck gibt dir in 60 Sekunden eine klare Antwort. Kein Raten, kein Bauchgefühl, sondern ein Ergebnis, das auf aktuellen Tarifdaten und Marktvergleichen basiert.

Frage 1 von 7 14%
Was bist du von Beruf?
Wie viele Berufsjahre hast du?
Wie hoch ist dein aktuelles Bruttogehalt?
Wann hattest du zuletzt eine Gehaltserhöhung?
Übernimmst du Aufgaben über deine Grundtätigkeit hinaus?
z.B. Abrechnung, QM, Prophylaxe, Azubi-Ausbildung, Praxismanagement
Wie viele Fortbildungsstunden hast du absolviert?
Wie zufrieden bist du mit deinem aktuellen Gehalt?

Warum so viele MFA und ZFA unter Wert arbeiten

Es gibt ein strukturelles Problem: Im Gesundheitswesen wird selten über Geld gesprochen. Nicht unter Kolleginnen, nicht mit dem Chef. Die meisten MFA und ZFA wissen schlicht nicht, was in vergleichbaren Praxen gezahlt wird. Und wer seinen Marktwert nicht kennt, kann ihn nicht einfordern.

Dazu kommt: Viele Praxen nutzen diese Intransparenz aus. Nicht böswillig, aber aus Bequemlichkeit. Wenn niemand nach mehr Gehalt fragt, gibt es eben auch keine Erhöhung. Das ändert sich gerade, weil der Fachkräftemangel Praxen zwingt, wettbewerbsfähige Gehälter zu zahlen. Aber davon profitierst du nur, wenn du weißt, was wettbewerbsfähig bedeutet.

5 Anzeichen, dass du unterbezahlt bist

1. Du hast seit über zwei Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen

Die Tariflöhne für MFA und ZFA steigen regelmäßig. Wenn dein Gehalt seit Jahren unverändert ist, während die Tarife und die Lebenshaltungskosten steigen, verdienst du heute real weniger als vor zwei Jahren. Allein die Tarifsteigerung für MFA betrug zuletzt durchschnittlich 3,4 % pro Jahr.

2. Du übernimmst Aufgaben, die nicht in deinem Vertrag stehen

Du machst die Abrechnung, organisierst das QM, bildest Azubis aus oder führst eigenständig Prophylaxe durch, aber dein Gehalt entspricht immer noch Tätigkeitsgruppe I? Dann wirst du für Arbeit bezahlt, die du längst überschritten hast. Jede zusätzliche Verantwortung sollte sich im Gehalt widerspiegeln.<

3. Neue Kolleginnen werden besser eingestellt als du

Praxen müssen heute mehr bieten, um neue Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Das führt zu einer absurden Situation: Neue MFA oder ZFA starten oft mit einem höheren Gehalt als langjährige Teammitglieder. Wenn du das Gefühl hast, dass das in deiner Praxis der Fall ist, hast du wahrscheinlich Recht.

4. Dein Arbeitgeber blockt Gehaltsgespräche ab

Sätze wie „Dafür ist gerade kein Budget da“ oder „Wir reden nächstes Jahr darüber“ sind Warnsignale. Ein Arbeitgeber, der deinen Wert erkennt, führt Gehaltsgespräche proaktiv. Wer sie vermeidet, hofft darauf, dass du nicht fragst.

5. Du verdienst weniger als der Tarif es vorsieht

Das klingt offensichtlich, aber viele wissen es nicht. Der Tarifvertrag ist die Mindestorientierung. Wenn dein Bruttogehalt darunter liegt, bist du definitiv unterbezahlt. Nutze unseren Gehaltsrechner für MFA oder ZFA, um deinen Tarif-Soll-Wert zu ermitteln.

Was du konkret tun kannst

Wenn der Gehaltscheck ergeben hat, dass du unter Wert arbeitest, hast du drei Optionen. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus:

Option 1: Gehaltsgespräch vorbereiten

Komm nicht mit „Ich hätte gerne mehr“. Komm mit Fakten: Dein Tarif-Soll-Wert, deine Fortbildungen, deine zusätzlichen Aufgaben, und eine konkrete Zahl. Formuliere es so: „Mein aktuelles Gehalt liegt X Euro unter dem Tarifniveau für meine Erfahrungsstufe und Tätigkeitsgruppe. Ich möchte mein Gehalt auf Y Euro anpassen.“ Kein Konjunktiv, keine Entschuldigung.

Option 2: Qualifikation erhöhen

Fortbildungen sind der objektivste Gehaltshebel. Sie verändern deine Tätigkeitsgruppe und damit dein Tarif-Soll. Außerdem geben sie dir ein sachliches Argument für die Verhandlung. Besonders wirkungsvoll: Fortbildungen, die deiner Praxis direkt nützen (Prophylaxe, Abrechnung, QM). Dann übernimmt dein Arbeitgeber oft auch die Kosten.

Option 3: Praxis wechseln

Manchmal ist der schnellste Weg zu einem fairen Gehalt ein neuer Arbeitgeber. Das ist kein Eingeständnis von Scheitern, sondern eine rationale Entscheidung. Viele MFA und ZFA berichten von Gehaltssprüngen von 300 bis 500 Euro pro Monat allein durch einen Wechsel. Bei 12 Monaten sind das 3.600 bis 6.000 Euro mehr pro Jahr.

Tipp: Du musst nicht kündigen, um dich umzuschauen. Hier auf medmingle.de kannst du kostenlos ein Profil erstellen. Praxen, die zu deinen Vorstellungen passen, kommen auf dich zu. So testest du deinen Marktwert, ohne Risiko und ohne Bewerbung schreiben zu müssen.

Warum wir über Gehalt reden sollten

In Deutschland gilt Gehalt als Privatsache. Unter Kolleginnen wird selten darüber gesprochen. Das klingt höflich, schadet aber vor allem denjenigen, die am wenigsten verdienen. Denn Intransparenz nützt immer dem, der weniger zahlt.

Seit dem Entgelttransparenzgesetz hast du übrigens ein Recht darauf zu erfahren, was Kolleginnen in vergleichbarer Position verdienen, sofern dein Arbeitgeber mehr als 200 Mitarbeitende hat. In kleinen Praxen gilt das zwar nicht, aber das Prinzip bleibt: Wer seinen Marktwert kennt, verhandelt besser.

Teile diesen Gehaltscheck gerne mit deinen Kolleginnen. Je mehr MFA und ZFA ihren Marktwert kennen, desto schwieriger wird es für Praxen, unter Tarif zu zahlen.

Häufige Fragen

Kann ich gefeuert werden, wenn ich nach mehr Gehalt frage?

Nein. Eine Gehaltsverhandlung ist dein gutes Recht und kein Kündigungsgrund. Kein seriöser Arbeitgeber wird dich entlassen, weil du über dein Gehalt sprechen möchtest. Falls doch, sagt das mehr über den Arbeitgeber als über dich.

Wie oft sollte ich nach einer Gehaltserhöhung fragen?

Einmal pro Jahr ist ein guter Rhythmus. Idealerweise nach einem erfolgreichen Projekt, einer abgeschlossenen Fortbildung oder wenn du neue Aufgaben übernommen hast. Vermeide Phasen, in denen die Praxis unter starkem finanziellen Druck steht.

Mein Arbeitgeber sagt, er kann nicht mehr zahlen. Stimmt das?

Möglich, aber nicht immer. Kleine Einzelpraxen haben tatsächlich engere Budgets als MVZ oder Großpraxen. Frage in dem Fall nach alternativen Benefits: Fahrtkostenzuschuss, Jobticket, betriebliche Altersvorsorge, zusätzliche Urlaubstage oder Fortbildungsbudget. Wenn auch das nicht möglich ist, lohnt sich ein Blick auf den Arbeitsmarkt.

Ich arbeite in Teilzeit. Bin ich trotzdem unterbezahlt?

Absolut möglich. Entscheidend ist der Stundenlohn, nicht das Monatsgehalt. Teile dein Bruttogehalt durch deine monatlichen Arbeitsstunden und vergleiche den Stundenlohn mit den Tarifwerten. Unsere Gehaltsrechner für MFA und ZFA berücksichtigen Teilzeit automatisch.

Fazit: Wissen ist der erste Schritt

Die meisten MFA und ZFA, die unterbezahlt sind, wissen es nicht. Und die, die es ahnen, tun oft nichts, weil sie nicht wissen, wie viel mehr möglich wäre. Der Gehaltscheck oben gibt dir eine klare Zahl. Was du damit machst, liegt bei dir.

Aber eines ist sicher: Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen gibt dir eine Verhandlungsposition, die es so noch nie gab. Nutze sie.

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